Pokalsieger gegen Aufsteiger: Gameday in Friedrichshafen 2.0

Es ist Fluch und Segen zugleich, die doppelte englische Woche fordert die HEITEC VOLLEYS körperlich und mental. Mit dem sechsten Spiel in nur 3 Wochen gehen die HEITEC an durchaus noch ungewohnte Belastungsgrenzen. Die mentale Belastung besteht darin, sich binnen kürzester Zeit auf den jeweils neuen Gegner einzustellen, gleichzeitig muss jeder aus dem vorhergehenden Spiel möglichst viel mitnehmen.

Dazu nun das Déjà-vu gegen die Häfler: gaben sich Mitte Oktober die Franken eher verkrampft und angespannt, ist dieses Gefühl einem gesunden Selbstvertrauen gewichen. Der Franko-Brasilianer Carlos „Cadu“ Antony gibt sich entsprechend kämpferisch: „Es wird ein sehr schweres Spiel, aber ich denke, wir sind jetzt in einer dynamischen Phase, wir werden uns deutlich besser darstellen als zum Saisonstart. Wir werden uns deutlich mehr Kämpfe um den Ball liefern und ich sehe das Spiel als Revanche für unseren ersten, teilweise gehemmten Auftritt am Bodensee.“ Anders als am 12.Oktober wolle er mit dem Team von Anfang mit Druck arbeiten. Der Auftritt am Vortag in Berlin habe gezeigt, dass die HEITEC VOLLEYS auch den Topteams der Liga zusetzen könne, bei der Konstanz dieser Angriffsqualität müsse man aber noch zulegen.

Für Rolf Werner, den HEITEC VOLLEYS-Manager der ersten Stunde, sind die Fortschritte im Team und in der Umsetzung deutlich erkennbar. „Wir fahren zum Achtelfinale des DVV Pokals nach Friedrichshafen und das mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen. Das Spiel am Mittwoch in Berlin war ordentlich und stabil, wenn man von den noch zu vielen Aufschlagfehlern absieht. Gelingt es uns, beim klaren Favoriten Friedrichshafen eine gute Leistung im Aufschlag zu zeigen und die ungeschriebenen Gesetze im Pokal für uns zu nutzen, ist eine Überraschung möglich. Ich glaube an unser Team.“

Gekonnt umgeht Headcoach Marco Donat das berühmte „Phrasenschwein“, das bei Pokalspielen bekanntlich und ordentlich strapaziert wird. Für ihn sei es wichtig, dass der betriebene Aufwand zu hoch sei, um „nur“ als Punktelieferant für die Häfler zu dienen. „Wir sind vom Nordosten der Republik mit kurzem Stopp wieder unterwegs in den Südwesten. Die Mannschaft hat in den letzten Spielen zugelegt und zeigt wie gegen die Hauptstädter richtig Biss. Dieses Niveau vom ersten Satz müssen wir über die Dauer eines Spiels hochhalten und gleichzeitig unseren hohen und risikoreichen Aufschlagdruck in mehr Erfolge umwandeln. Es reicht uns nur ein Spiel, und die Tür bleibt im Pokal weiter offen.“