Nicht akzeptable Leistung der Eltmanner

Es war Ende Oktober, da verloren die AlpenVolleys in Düren sang- und klanglos mit 3:1. In der Woche danach reisten die Eltmanner nach Unterhaching und rieben sich die Augen. Sehr schonungslos, fast schon polemisch, wurde das schlechte Ergebnis in der Vorwoche im Spieltagsheft seziert. Es sorgte für die nötige Reaktion der Hausherren: Die Franken streckten sich zwar gegen die Alpen-Übermacht, verloren aber mit 0:3. Dennoch: das Spiel dauerte fast 90min und bot aus Sicht der Gastgeber mit einem knappen 31:29 einen spannenden ersten und mit 25:22 einen knappen dritten Satz.

Eine ähnliche Brandrede müsste nun nach dem zweiten Märzsonntag ins Tagebuch der HEITEC VOLLEYS geschrieben werden, denn in nur 66min ließen sich die Gastgeber von einem Dürener Rumpfkader regelrecht vorführen und verloren mit 0:3 mehr als verdient. Dabei standen die Chancen für Eltmann überhaupt nicht schlecht, denn von 14 Spielern auf der Dürener Liste waren lediglich 10 angereist. Davon waren die beiden Liberos Bann Blair und Ivan Batanov von vornherein nur eingetragen, spielten aber überhaupt nicht. Denn Blair war weiter verletzt und Batanov noch deutlich angeschlagen von der Grippe in den Tagen zuvor. Die Mainfranken dagegen nach dem Comeback-Sieg in der Vorwoche gegen die Netzhoppers mental gestärkt, Irfan Hamzagic und Carlos Antony zurück aus dem Verletztenlager, mit Richard Peemüller seit Neuestem eine echte Kracher-Option auf der Diagonalen – Headcoach Marco Donat hatte also eine volle Bank und Düren den Druck.

Hätte man meinen können – aber was Eltmann daraus machte, war stellenweise schon peinlich. Statt mit breiter Brust spielte man zwei Sätze lang viel zu zögerlich und wurde dabei noch unsicherer. Das wiederum baute Düren auf: Die Mannschaft von Cheftrainer Stefan Falter hatte nur minimale Wechselmöglichkeiten, zeigte aber maximale Lust und eine Körpersprache, die überzeugte. Düren dominierte über die beiden ersten Sätze das Spielgeschehen. Eltmann war im Block quasi nicht existent, im Aufschlag machte nur Außenangreifer Jonas Sagstetter richtig Druck und Hamzagic hatte noch die beste Ausbeute im Angriff.  Nur wenige Momente des Jubels waren den Fans gegönnt, dazwischen sahen sie ihre Mannschaft, wie sie überhaupt nicht in ihren Rhythmus fand und zu oft mit sich selbst und unnötig häufig mit den Schiedsrichtern haderte.

Nach der 10min-Pause schien sich das Bild zu drehen, Peemüller war trotz gerade auskurierter Grippe motiviert bis in die Haarspitzen und lief im dritten Satz wieder zu Hochform auf. Im vorhergehenden Satz erst bei 16:21 ins Spiel gekommen, lieferte er mit insgesamt 88% Erfolgsquote überragend ab. Seine sieben Punkte aus insgesamt acht Angriffen kamen aber zu spät: Bei 13:14 ließ sich Eltmann von einer Schiedsrichterentscheidung so herunterziehen, dass die Mainfranken viel zu spät aus ihrem Tief zurückkamen. Gegen das Powerplay von Düren reichte das aber nicht mal mehr für einen Blumentopf und nach 66min zogen die Gäste mit dem Matchball zum 21:25 einen Strich unter die aus Eltmanner Sicht völlig gebrauchte Sonntags-Veranstaltung.