Meister gegen Aufsteiger: HEITEC VOLLEYS in Berlin

Der Druck ist raus – zumindest ist die Frage mit „ja“ zu beantworten, ob denn die HEITEC VOLLEYS in die Erste Liga gehören. Nach dem eindrucksvollen 3:0 Einstand am Sonntagabend in der Brose Arena Bamberg will sich Headcoach Marco Donat jedoch nicht zurücklehnen. Nach dem Motto „Nach Giesen ist vor Berlin“ hat er klare Vorstellungen zum morgigen Debüt in der Max Schmeling Halle. „Natürlich freuen wir uns, dass wir mit Giesen gegen den direkten Mitbewerber gewonnen haben. Und Berlin, das ist ein Highlight für jeden Volleyballbegeisterten in Deutschland: Die BR Volleys sind letzte Saison wieder Meister geworden und auch in der neuen Saison ein Top-Team, von dem man nur träumen kann. Berlins Headcoach Cédric Enard hat eine Mannschaft zusammengestellt, die gespickt ist mit internationalen Stars wie Sergey Grankin, Pujol und Benjamin Patch. Trotzdem fahren wir in die Hauptstadt, um zu gewinnen – in jedem Fall an Erfahrung.“

Erfahrung haben die Spieler an der Spree genug und doch sticht einer im Team der Berliner noch deutlicher hervor. Mit 7 Jahren kam der russische Zuspieler Sergey Grankin zum Volleyball, seine Vita ist eine endlose Reihenfolge von Erfolgen. Junioren-Weltmeister, World League-Sieger, Vize-Europameister, World Cup-Vizemeister, Champions League-Finalist, russischer Meister und Pokalsieger, Olympia Bronze 2008 in Peking, die Liste scheint endlos. Und 2012 die höchste aller Weihen: Der Ausnahme-Zuspieler Grankin holt bei den Olympischen Spielen in London mit Russland die Gold-Medaille.

Nach Querelen mit seinem Club Dynamo Moskau wird Grankin Januar 2019 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von BRV-Macher Kaweh Niroomand in den Westen geholt. Und wie es sich für einen guten Actionfilm gehört: in letzter Minute, d.h. nur wenige Tage bevor sich das Transfer-Zeitfenster für die Rückrunde schließt. Der Russe macht dann im fünften Spiel des Playoff Finales den Transfer-Coup perfekt: Vor den Augen der 3.800 Friedrichshafener Fans gewinnen die BR Volleys mit 16:14 im fünften Satz und krönen sich am Bodensee zum neuen alten Deutschen Meister.

Grankin beim Spielen zuzusehen sei ein Hochgenuss, meint HEITEC VOLLEYS Coach Donat. „In ihm vereinen sich Spielbegabung und analytische Fähigkeiten in Perfektion. Es scheint fast so, als würde er mehrere Züge im Voraus denken. Wenn der gegnerische Angreifer den Ball schlägt, ist Grankin schon auf Position und was er dann als Zuspieler abwehrt, das ist phänomenal.“

Trotz aller Lobgesänge auf die Gastgeber möchte Donat, dass seine Spieler nach dem starken 3:0 Heimspiel selbstbewusst auftreten. „Du spielst halt gegen Bayern München, da brauchst Du einen Sahnetag, um was Zählbares mitzunehmen. Aber kein Team ist unbesiegbar“. Seinen Spieler hat er gesagt, dass man nicht nach Berlin fahre, sich die Stadt anschaue und einplane, die drei Punkte liegen zu lassen. „Wir werden reingehen ins Spiel und kämpfen – das ist unser Anspruch. Wir spielen um zu gewinnen – egal wie der Gegner heißt.“