HEITEC VOLLEYS in der Hölle der Lüne-Hünen

Bis Mittwochabend sah es nach einer entspannten Reise in den hohen Norden aus, die HEITEC VOLLEYS reisen am Freitag ins 500km entfernte Lüneburg. Dort kommt es dann am Samstag zur Bundesliga-Premiere gegen die SVG Lüneburg, die sich mit dem selbstvergebenen Label der „Lüne-Hünen“ schmücken.

Möglicher Schnee und Temperaturen um 0° machen diesen Dezembertrip womöglich zum Abenteuer, weniger die Anreise am Vortag denn die nächtliche Rückfahrt nach der Partie. Diese kann je nach Witterung länger und auch zur Rutschpartie werden.

Rutschig ist es in der Gellersenhalle nicht, dafür aber mindestens so eng und noch lauter wie in der Nicolaus-Halle im bayrischen Herrsching. Die Lüneburger haben ebenfalls eine Ausnahmegenehmigung für die liebevoll „Gellersenhölle“ betitelte Sporthalle, die mit 7m Deckenhöhe, 250 Tribünenplätzen, 250 Stehplätzen und 300 zusätzlich bestuhlten Sitzplätzen im Innenraum nicht erstligatauglich ist. Die alte Dame Gellersen gibt sich zum vorletzten Mal die Ehre, um dann in der nächsten Saison und zwar zur Rückrunde 2020/2021 von der hoffentlich fertig gestellten Arena Lüneburger Land abgelöst zu werden.

Der Umzug in die neue Spielstätte mit 3.500 Plätzen war schon für diese Saison geplant, jedoch sorgten technische Probleme und die Kostenexplosion von 10 auf 20 Millionen € für deutliche Verzögerungen und den einen oder anderen Baustopp. Die SVG Lüneburg hofft nun auf einen zügigen Baufortschritt: Zwar lebt man gerne mit dem nicht zu unterschätzenden Vorteil, in einer zu niedrigen Halle eingespielt zu sein, andererseits könnte man zuschauertechnisch weit jenseits der 1.000er-Marke liegen, gäben es nur die beengten Platzverhältnisse des „Schuhkartons“ Gellersenhölle her.

Sportlich ist Lüneburg aber „alles andere als Pappe“. Die 2014/15 in die Erste Liga aufgestiegenen Lüne-Hünen haben sich glänzend entwickelt und vor allem im letzten Jahr sehr stark aufgespielt. Das Trainer-Duo Stefan Hübner und Bernd Schlesinger musste aber die Mannschaft zur neuen Saison 2019/20 neu aufstellen, da sehr gute Spieler wie Cody Kessel nach 3 Saisons zum Hauptstadt-Gegner Berlin Recycling Volleys wechselten. Nach einem wechselhaften Start hat man sich in der Lüneburger Heide aber wieder auf einen sehr ordentlichen vierten Platz eingependelt, was für Headcoach Marco Donat nicht vorteilhaft ist. „Lüneburg hat sich wieder zu einem sehr spielstarken und ausgeglichenen Team mit einem starken Aufschlagspiel entwickelt. Wir werden alles tun, um es den Lüne-Hünen so schwer wie möglich zu machen. In unserer Situation kommt es nicht darauf an, schön zu spielen, stattdessen müssen wir beißen.“

A propos beißen, was das bedeutet, weiß der brasilianische Mittelblocker Roosewelt Filho am besten. Nach seinem Mittelhandbruch Mitte November musste er pausieren und durfte jetzt wieder mittrainieren. Am Meisten freut Filho sich darauf, dass er sein Team in der schwierigen Phase unterstützen darf, in welchem Umfang dies möglich sein wird, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist er heiß darauf, mit den HEITEC VOLLEYS nach Lüneburg zu reisen und mahnt seine Teamkameraden: „Wir müssen über das ganze Match kämpfen und nach dem Spiel muss jeder Spieler sagen können, dass er 100% gegeben hat. Wir sind physisch gut aufgestellt und können sehr gut spielen, aber Volleyball wird vor allem mental entschieden. Und hier müssen wir unsere Hausaufgaben machen, laut und aggressiv sein und den Gegner spüren lassen, dass wir die Punkte mitnehmen wollen.“