Eltmann reist angeschlagen nach Giesen

Nein, trotz der fünften Jahreszeit haben die HEITEC VOLLEYS Eltmann momentan wenig zu Lachen. Mit Tobias Werner und vor allem Irfan Hamzagic fehlen aktuell zwei Personen im Training und auf dem Court. Hamzagic, der sich am Donnerstag beim letzten Sprung des Abends wieder an der Wade verletzte, musste am vergangenen Samstag zuschauen, wie ihn Richard Peemüller auf der Diagonalen vertrat. Und das machte der 22jährige Dresdner richtig klasse, wie ihm sein Trainer nach dem Spiel bescheinigte. 60% der Angriffe brachte Peemüller im gegnerischen Feld unter, machte 22 Punkte und bei 12 Aufschlägen nur einen Fehler. Vor allem: Peemüllers Körpersprache riss die Mannschaft mit, er spielte unbekümmert auf, forderte immer wieder den Ball und bejubelte mit seinem Team jeden Punkt. An seiner Leistung lag es sicher nicht, dass die Eltmanner nur ein 1:3 erzielten und damit dem bayrischen Rivalen aus Herrsching drei Punkte überlassen mussten.

Auch am Mittwoch muss Peemüller wieder ran – dieses Mal gegen die Helios Grizzlys Giesen. Sein Kollege darf noch nicht angreifen und wird das Spiel per stream in Eltmann verfolgen. Hamzagic nutzt die Möglichkeit, mit Hilfe des Mannschaftsarztes und durch physiotherapeutische Unterstützung möglichst schnell wieder fit zu werden, denn nur zu gerne möchte er am Sonntag gegen die Netzhoppers aufs Feld.

Zuvor müssen sich aber seine Kameraden gegen die bissigen Bären in der Nähe von Hannover zur Wehr setzen und die sind in eigener Halle keinesfalls zu unterschätzen. Das haben bereits Düren und Frankfurt in der Vorrunde leidvoll erfahren, mit jeweils 3:1 wurden die Gäste gen West heimgeschickt. Nach dem überraschenden 3:0-Sieg in Herrsching als Rückrunden-Auftakt mussten die Giesener vier Wochen warten und feierten am letzten Mittwoch ihren 3:1-Heimsieg gegen die Netzhoppers – aus Eltmanner Sicht just zur Unzeit.

„Sicher ist nur eins: jeder Spieltag ist eine Wundertüte. Tabellenplätze und Papierform sind in dieser Saison überhaupt kein Gradmesser für Prognosen. Das zeigt sich am besten daran, dass die Netzhoppers gegen unseren kommenden Gegner verloren haben, um drei Tage später die Lüneburger zu schlagen. Verrückt ist das.“ sagt Eltmanns Headcoach Marco Donat.

Seine Herausforderung ist daher, das beste Mittel gegen die Grizzlys zu finden. Die andere, viel größere bleibt aber, die Auswirkungen der momentanen Ausfälle möglichst klein zu halten. Diese Aufgabe wird für Donat durch die Muskelprobleme des Franko-Brasilianers Carlos „Kadu“ Antony nicht leichter. Auch der kann seine Leistung nicht voll abrufen, Donat wird wohl eine Doppelstrategie mit Antony und Jonas Sagstetter fahren. Sagstetter ist nicht der erste Punktelieferant, aber seine Annahmequalität bringt ins HEITEC VOLLEYS-Team viel Ruhe rein. Und seine starken Aufschläge vom Wochenende werden auch in Giesen gefragt sein, denn mit diesen überzeugte er besonders im dritten Satz und hielt die Herrschinger Gegenwehr im Griff.

„Am Ende hilft alles Jammern nichts, die Mannschaft wird auch auf diese Herausforderung eine Antwort finden. Dass sie ein Team sind, das immer für eine Überraschung gut ist, das haben sie nun wiederholt bewiesen.“ gibt sich Manohar Faupel, Manager Spielbetrieb, zuversichtlich. Und schickt noch eine kernige Ansage hinterher: „Natürlich wollen wir den Bären ordentlich eins auf den Pelz brennen. Sich an den Heimsieg gegen Giesen erinnern, mutig aufspielen und nicht unterkriegen lassen – alles andere wäre die Reise in den Norden nicht wert.“