Brisantes Fernduell im Titelkampf

Spitzenreiter muss am Sonntag nach Unterhaching – Verfolger Grafing gastiert beim Angstgegner Rüsselsheim

Vier Spieltage vor Saisonende nimmt der Titelkampf in der zweiten Liga Süd weiter an Dramatik zu. Im extrem spannenden Fernduell zwischen Spitzenreiter HEITEC VOLLEYS (20 Spiele, 17 Siege und 50 Punkte) und dem schärfsten Verfolger TSV Grafing (19 Spiele, 17 Siege und 48 Punkte) müssen beide Teams auswärts ran. Der amtierende Meister Grafing gastiert bereits am Samstag beim unberechenbaren Tabellenvierten TG Rüsselsheim II. Einen Tag später treten die Eltmänner um 16 Uhr beim Siebten AlpenVolleys Haching II an.

Klar ist: Meister wird, wer bei der Endabrechung die meisten Zähler auf dem Konto gesammelt hat. Bei Punktgleichheit entscheidet die Anzahl der Siege. Aus diesem Grund können die HEITEC VOLLEYS aus eigener Kraft nicht mehr den Titel holen. Selbst wenn sie alle Partien mit der Höchstpunktzahl von jeweils drei Zählern gewinnen sollten, sind sie auf Schützenhilfe aus Oberbayern angewiesen, die mindestens noch einmal verlieren müssten.

Das besondere Kribbeln spürt inzwischen auch HEITEC VOLLEYS Manager Rolf Werner: „Die unheimliche Spannung ist greifbar. Überall werde ich auf die aufregende Konstellation angesprochen, auf der Straße, am Arbeitsplatz, beim Bäcker oder Metzger. Die Volleyballfans sind wie elektrisiert. Das ist gut für unsere Sportart, wenn wir im Gespräch sind.“ Für ihn zählen allerdings in erster Linie die Fakten: „Schon jetzt ist die Saison für uns ein großer Erfolg. Wir haben uns bereits im Sommer vergangenen Jahres weit aus dem Fenster gelehnt und unsere Ambitionen auf die Meisterschaft und den Aufstieg verkündet. Diese ambitionierten Ansprüche konnten wir bisher erfüllen. Ich bin glücklich, dass uns ein Platz unter den ersten Drei in der Tabelle auf jeden Fall sicher ist. Wir können also ohne eine eventuelle Wildcard, die viel Geld kostet, in die erste Liga aufsteigen. Das macht uns stolz.“

Rolf Werner macht kein Hehl daraus, dass alle Eltmanner am Samstag natürlich der zweiten Mannschaft von Rüsselsheim alle verfügbaren Daumen drücken. „So ist das im Sport. Das hat mit Unfairness nichts zu tun.“ Die Hoffnungen der Unterfranken sind nicht ganz aus der Luft gegriffen. Denn Rüsselsheim II ist so etwas wie der Angstgegner der Grafinger. Die Hessen gewannen als einziges Team der Liga am achten Spieltag mit 3:2 in der „Bärenhöhle“ östlich von München. Die zweite 2:3 Niederlage kassierte Grafing Ende Januar dieses Jahres in Eltmann.

Wie Rolf Werner werden auch Cheftrainer Marco Donat sowie die gesamte Mannschaft am Samstag am Liveticker der Volleyball-Bundesliga mit den Rüsselsheimer mitfiebern. Gleichwohl wollen sie gerüstet sein, sollte Grafing in der Autostadt patzen. Deshalb ist am Samstagvormittag noch einmal eine intensive Trainingseinheit angesagt, bei der vor allem taktische Varianten verfeinert werden sollen.

Die HEITEC VOLLEYS möchten nichts dem Zufall überlassen und optimal vorbereitet nach Unterhaching fahren. Immerhin haben alle noch das Hinspiel im Hinterkopf, als die Eltmanner nach einem 0:2 Rückstand in einem einglaublichen Kraftakt noch 3:2 im Tiebreak gewannen. Auf diese Achterbahnfahrt der Emotionen möchte Marco Donat im Rückspiel gerne verzichten: „Das heißt aber nicht, dass wir mit gemischten Gefühlen zum Bayernderby reisen. Wir freuen uns auf das sicher schwere Spiel. Dafür lebt man als Sportler. Wir brennen auf die heiße Phase der Saison und besinnen uns auf die positiven Erkenntnisse. Wir haben uns mega zurückgekämpft. Das muss uns Selbstvertrauen geben. Wichtig für uns ist, die Saison weiter voll durchzuziehen und eine gute Leistung in Haching abzuliefern.“