Bis zum letzten Ball: HEITEC VOLLEYS schrammen an Sensation vorbei

Angefangen haben die HEITEC VOLLEYS nicht besonders stark, aber definitiv besser als der Live Stream von sporttotal, der ein totaler Reinfall war und gar nicht startete. Ob es an technischen Problemen in der Halle lag oder das Problem bei den Fernsehkollegen in Köln zu suchen war, es war Wurschd. Denn für die Fans und die Presse zu Hause wurde schnell ein Facebook-Kanal aufgemacht und ein Stativ sowie eine Handyhalterung mit Karton und Tape improvisiert. Mittlerweile verkürzten die HEITEC VOLLEYS den Anfangsrückstand auf nur noch 13:12.

Im zweiten Drittel sind beide Teams nun auf Augenhöhe angelangt, es steht 15:15 und dann hackt Mittelblocker Mathäus Jurkovics den Ball am Netz auf Häfler Boden, 15:16 und die erste Führung für die Eltmanner.

Die Häfler gleichen aus, doch Hamzagic macht das 16:17 und Antony das 16:18. Hafens Außenangreifer Juhkami verkürzt auf 17:18, Hamzagic holt den 19.Punkt für die HEITEC VOLLEYS. Friedrichshafen bleibt dran, doch wieder Hamzagic mit dem Punkt zum 18:20. Mircea Peta kommt für Jurkovics im Aufschlag, doch der Ball geht knapp ins Aus. Antony baut zum 19:21 aus, die Häfler nehmen aber den nächsten Aufschlagfehler von Eltmann mit und gleichen danach zum 21:21 aus, Auszeit von HEITEC Headcoach Marco Donat.

VfB-Außenangreifer Rares Balean bringt mit zwei wuchtigen Aufschlag-Assen den Satz zum Kippen, der VfB führt mit 23:21. Doch sein dritter Ball geht meilenweit ins Aus, Zuspieler Rafal Prokopczuk kommt für Tomas Halanda zum Aufschlag, aber die Häfler kontrollieren die Annahme, 24:22. Den ersten Satzball wehrt Merten Krüger mit einem gedrückten Ball am Netz ab, er gewinnt dem Kampf, der Ball fällt auf den Boden der Hafener. Den Ausgleich bekommen die Eltmanner dank eines technischen Zuspielfehlers der Gastgeber noch gratis mit. Michael Warm nimmt daher eine Auszeit, der Hausherr verkürzt auf 25:24. Jakub Janouch schenkt den Satzball mit einem Ball weit ins Aus her. Den nächsten Punkt für den VfB holt aber Juhkami und macht den Satz mit seinem weiteren Aufschlag-Ass zu (27:25).

HEITEC VOLLEYS geht mit Hamzagic am Aufschlag in Führung (0:2) und baut auf 1:3 aus. Friedrichshafen unkonzentriert und die Eltmanner hoch-aggressiv, in Windeseile steht es 2:6 gegen den Gastgeber vom Bodensee. Und weiter geht es mit 3:8, die Franken nehmen eine komfortable Führung mit in die technische Auszeit. Und Antony macht direkt den 9.Punkte für die Gäste. Juhkami verkürzt auf 4:9, ein Abstimmungsfehler schenkt den Häflern das 5:9. Doch Hamzagic stört das nicht, er wuchtet den Ball zum 5:10 unhaltbar in die VfB-Abwehr hinein.

Jurkovics punktet zum 6:11, das Momentum eindeutig auf Seiten der Gäste. Der nächste Angriff von Hafen geht ins Aus, und Luuc van der Ent stopft einen Ball über dem Netz in den Häfler Block, doch die halten den Ball nicht im Spiel, 7:13. Ein weiterer Zuspielfehler von Janouch, 7:14. Sensationelle Abwehr von Antony und Hamzagic verwandelt zum 7:15. Und dann ist es Halanda, der den Ball auf HEITEC-Seite im Spiel hält, so dass es 7:16 für die Gäste steht.

8:17 nach Fehlaufschlag der Häfler, doch auch Halanda vergibt den folgenden Service. Kleines Momentum bei den Gastgebern, 11:17 und Donat schickt Peta für Halanda aufs Feld. Hamzagics Ball geht ins Aus, HEITEC-Coach Donat nimmt eine Auszeit, um seine Mannschaft auf das letzte Drittel des zweiten Satzes einzustimmen.

Nikola Gjorgiev mit einem gefühlvollen Lob zum 13:17 und dann steht der Häfler Block unüberwindlich da, Ausgleich bei 14:14. Prokopczuk und Peemüller kommen aufs Feld und dann ist der 18.Punkt endlich da. Hafen macht den nächsten Punkt und Antony kontert zum 17:19. Wieder ein Abstimmungsfehler bei den Franken, 18:19. Peta verspielt die Annahme und Juhkami hat leichtes Spiel zum Ausgleich. Halanda kommt wieder für Peta und Antony blockt im Einerblock den Häfler Angriff runter. Weil es so schön ist, schickt er gleich noch ein Aufschlagass hinterher, 19:21. Der dritte Service geht ins Aus, doch Halanda macht den Blockout zum 20:22. Jurkovics rutscht der Ball im Zuspiel durch, den nächsten Punkt macht Halanda, 21:23.

Halanda zum 22:24 und selber im Aufschlag, doch Hafen macht den Punkt, es steht 23:24. Schließlich ist es Luuc van der Ent: er erlöst die HEITEC VOLLEYS und macht mit 23:25 den ersten Satz der HEITEC VOLLEYS in sechs Jahren gegen den VfB Friedrichshafen perfekt!

Auch der dritte Satz bleibt umkämpft, beide Mannschaften arbeiten verbissen um jeden Ball, bei 5:5 nutzt Friedrichshafen das Momentum und geht auf 7:5. Merten Krüger blockt den nächsten Angriff, doch der VfB Mittelblocker Nehemiah Mote haut den nächsten Angriff über die Mitte unhaltbar ins HEITEC-Feld, Auszeit und 8:6 für die Bodensee-Boys.

Die Eltmanner kämpfen um jeden Ball, doch Hafen zieht zum 13:9 davon. Halanda verkürzt auf 13:10, Hafen antwortet trocken mit einem Blockout zum 14:10. Das kann Eltmann aber auch, 14:11. Der Bodenseeclub bleibt auch nach der technischen Auszeit hochkonzentriert und arbeitet mit sehr viel Druck und Risiko im Service, 18:13 und Peta kommt wieder für Halanda. Eltmann gibt nicht nach und verkürzt auf 18:16, Auszeit VfB.

19:17, und der nächste Aufschlag von Antony geht knapp ins Aus. Auch für den nächsten, hart umkämpften Ball werden die HEITEC VOLLEYS nicht belohnt, 21:17. Und als Geschenk wirft Fortuna den VfBlern noch einen glücklichen Netzroller von Janouch zu, 22:17. Ein strittiger Touchball wird für Eltmann gegeben, Friedrichshafen wirkt leicht unkonzentriert und bei 22:20 kommt die Auszeit von den Gastgebern. Es steht 23:20 nach verschlagenem Aufschlag von Eltmann, aber Luuc van der Ent verkürzt zum 23:21. Wieder ein Aufschlagfehler und Hafen nutzt die Chance zum ersten Satzball, 25:21.

Satz vier beginnt ausgeglichen und bei 4:6 geht Eltmann in Führung und baut diese bis zur Auszeit zum 5:8 aus. 7:10, doch Hafen bleibt dran und macht das 8:10. Eltmann zum 10:12, doch Hafen gleicht zum 12:12 aus, Auszeit bei den HEITEC VOLLEYS. 13:13, was ein spannender vierter Satz! Mit 16:15 gehen die Häfler in die technische Auszeit, verschlagen aber den nächsten Aufschlag. Dann wechselt das Momentum wieder auf die Seite der HEITEC VOLLEYS, 17:18 und Auszeit bei Hafen. Monsterblock gegen die Häfler, 17:19, der Gastgeber verkürzt, doch Eltmann bleibt dran, 19:21. Friedrichshafen wiederum spielt gekonnt die Linie runter, 20:21, Auszeit HEITEC VOLLEYS.

Strittige Entscheidung gegen Eltmann wegen Übertritt an der Mittellinie, 21:21. Dann 22:23, dank Fehlaufschlag des VfB. 23:23 durch Juhkami. Heißer Ball zum 23:24 und Satzball Eltmann. Ausgleich 24:24, ein echter Nervenkrieg in der ZF-Arena. Hafen blockt den Angriff und der Ball fällt auf dem letzten Meter rein, 25:24. Hamzagic gleicht wieder aus (25:25), wieder Satzball bei 25:26 für die Eltmanner, doch knapp ins Aus und damit 26:26.

Dann der VfB mit dem ersten Matchball, doch van der Ent glücklich zum 27:27. Wieder Satzball für die Franken bei 27:28, Peta verschlägt den Satzball, 28:28. Antony kriegt den Angriff nicht kontrolliert, 29:28 für den VfB, doch Hamzagic nervenstark zum 29:29. Dann eine strittige Entscheidung zu Lasten Eltmann, wobei der Ball wohl wirklich knapp auf der Linie gelandet ist, 30:29. Doch auch die Häfler zeigen Nerven und verschlagen den Aufschlag, der Krimi geht mit 30:30 in die nächste Runde. Und jetzt zieht sich der VfB ganz, ganz knapp aus der Schlinge, mit 31:30 und 32:30 gewinnen die Bodensee-Boys ein unfassbar umkämpftes Duell auf Augenhöhe.

Es ist kaum vorstellbar, dass es noch viel lauter werden kann, aber die ZF-Arena entlädt sich in einem Orkan von Trommeln, Klatschen und Jubel. Die HEITEC VOLLEYS wirken zunächst geknickt, weil sie knapp am Tiebreak vorbeigerutscht sind, aber der lautstarke Applaus der Friedrichshafener Fans gilt auch ihnen, weil sie dem VfB einen Satz abgerungen haben, den ersten in sechs Jahren. Und weil sie einen sensationellen Kampf geboten und ihr Versprechen eingehalten haben: Das Team hat sich nie aufgegeben und so teuer wie möglich im Pokal verkauft. Immer wieder wurde der Gastgeber bis aufs Letzte gefordert. Es war eine kompakte Leistung auf Augenhöhe mit dem zigfachen Pokalsieger und Deutschen Meister. Das Spiel bildet in der Reihenfolge Frankfurt, Berlin und Friedrichshafen den ersten Höhepunkt nach den beiden englischen Wochen direkt zum Saisonstart und eine dramatische Steigerung zum ersten Saisonspiel am Bodensee.

So sieht das auch HEITEC-Macher Rolf Werner, der dem gesamten Team direkt nach dem Spiel und aus der Ferne gratuliert. „Sensationelle Leistung. Volleyball Eltmann hat zuvor in 6 Jahren Bundesliga noch nie einen Satz gegen die Häfler gewinnen können. Haarscharf an der Sensation vorbeigeschrammt, lässt diese Leistung einiges für die kommenden Spiele erhoffen.“

Die SILBER MVP-Medaille vergibt Friedrichshafens Trainer Michael Warm an HEITEC VOLLEYS-Spieler #14 Irfan Hamzagic. HEITEC VOLLEYS Headcoach Marco Donat wählt ebenfalls die #14, Nikola Gjorgiev zum GOLD MVP-Spieler des VfB Friedrichshafen.

Statements von HEITEC VOLLEYS Headcoach Marco Donat und VfB Friedrichshafen Headcoach Michael Warm:

Marco Donat: „Es war ein Mega-Kampf, wir haben mit viel Aufschlagdruck gearbeitet und sind schnell mit Friedrichshafen auf Augenhöhe gewesen. Dann konnte sich Hafen besser auf unsere Taktik einstellen und die verlorenen Sätze gehen dann ganz knapp aus. Trotzdem bin ich sehr stolz auf unser Team, jeder hat sich bis zum letzten reingehängt und wir haben uns so teuer wie möglich verkauft. Wir hätten heute verdient gehabt, noch das Tiebreak zu spielen. Besonders hervorzuheben ist die Leistung von unserem Youngster und Mittelblocker Mathäus Jurkovics, er hat sehr gut aufgeschlagen, das gegnerische Spiel gut gelesen und eine tolle Arbeit am Netz abgeliefert.“

Michael Warm: „Wir sind froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Beide Teams sind im Aufschlag hohes Risiko gegangen. Wir konnten unseren Druck dann steigern, aber wir hatten immer wieder Probleme mit den Hochballsituationen. Gegen die hohen Pässe haben wir nicht wirklich ein gutes Mittel gefunden, Eltmann hat uns heute ganz schön gefordert.“