Alte Freunde – neue Gegner: HEITEC VOLLEYS treffen auf Grizzlys

Für den Bamberger ist Bundesliga-Volleyball noch etwas fremd: andere Regeln, andere Abläufe, und dass man sich auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten auf und neben dem Spielfeld freut. Die Luft im Basketball-Oberhaus ist dünner und rauer, die notwendige Professionalität im Volleyball bleibt da sicherlich noch etwas zurück, dafür werden ehemalige Spieler von den Gastgebern umso herzlicher begrüßt.

Wie eine Familienzusammenführung klingt das Sonntags-Programm für die HEITEC VOLLEYS, dennoch liegt der Fokus klar auf dem Sportlichen. Den spürenden Druck will Marco Donat auch nicht verneinen, im Gegenteil. „Nach der Niederlage vor zwei Tagen waren wir natürlich frustriert, weil das Team eine dicke Chance aus der Hand gegeben hat. Auf der langen Rückfahrt von KW habe ich mit allen Spielern gesprochen. Das Team ist motiviert, beim Gedanken an das kommende Heimspiel gegen Giesen gingen die Köpfe nach oben. Wir freuen uns auf die nächste Chance, um zu beweisen, dass wir in die Erste Liga gehören. Es wird ein sehr spannendes und hartes Match am Sonntag, wir brauchen dafür die Unterstützung unserer Fans.“

Natürlich hat man das gestrige LIVE TV Spiel der Giesener gegen Düren gemeinsam verfolgt: Die HEITEC VOLLEYS betrieben aktive Videoanalyse vor der Leinwand und konnten verfolgen, wie Giesen vor heimischem Publikum die swd powervolleys Düren überraschende mit 3:1 nach Hause schickten. Daher unterschätzt man keineswegs die Niedersachsen und Donat ist sich darüber im Klaren, dass es ein Kampfspiel wird, bei dem am Ende die besseren Nerven über den Spielausgang entscheiden.

Das sieht Timon Schippmann ähnlich: der Giesener Außenangreifer lief in der Saison 2016/17 für die Eltmanner auf. Er freut sich auf ein Wiedersehen und einen heißen Fight in der Brose Arena. „Ich freue mich, am Sonntag nach Eltmann bzw. Bamberg zurückzukehren und bekannte Gesichter zu sehen. Dass der Sprung in die 1.Liga geklappt hat, finde ich toll. Ich bin gespannt auf die Atmosphäre in der neuen Heimspielstätte und mit Sicherheit wird es ein sehr spannendes Spiel!“

Trainer der Grizzlys ist Itamar Stein, der 36jährige Israeli ist ebenfalls ein bekanntes Gesicht in der fränkischen Volleyballszene. In der Saison 2014/15 wechselte er vom Moerser SC zur VSG Coburg Grub, erlitt dort eine schwere Verletzung am Halswirbel und musste sein Spielerkarriere beenden. Er übernahm in Coburg Grub den Posten des Cheftrainers und folgte am Saisonende dem Ruf nach Giesen, wo er den Verein 2017/18 ins Volleyball-Oberhaus führte.

Das bekannteste Gesicht bei den Giesenern ist unzweifelhaft Sascha Kucera, er ist Manager der Grizzlys und für ihn ist die Reise nach Franken eine sehr emotionale Angelegenheit. „Ich freue mich natürlich sehr, nach fast 15 Jahren wieder an meine ehemalige Wirkungsstätte Eltmann zurückzukehren. Ich hatte meine sportlich erfolgreichste Zeit in Unterfranken und bin zusammen mit meinem Bruder von der Regionalliga in die 1. Bundesliga aufgestiegen, wo ich dann noch zwei Jahre lang spielen konnte.“

Insgesamt sechs Jahre habe er das Trikot der Franken getragen und Eltmann sei immer noch eine Herzensangelegenheit für ihn. Auf das Spiel wiederum habe das keinen Einfluss, ab Sonntag 17:30 Uhr interessiere ihn nur die Leistung seines Teams. „Trotz des gestrigen Erfolgs gegen Düren unterschätzen wir nicht die HEITEC VOLLEYS. Wir haben ein sehr schweres Spiel vor der Brust und wollen ganz klar in Bamberg punkten. Die HEITEC VOLLEYS sind ein starker Aufsteiger und es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie ihre ersten Punkte einfahren.“

Punkte will HEITEC VOLLEYS Macher Rolf Werner auch und am liebsten gegen die Grizzlys. „Mit Giesen kommt der letztjährige Aufsteiger in die Brose Arena. Die Niedersachsen haben letzte Saison mit Platz 9 auf Anhieb den Klassenerhalt geschafft. Aber unsere Mannschaft kommt immer mehr in Fahrt und der Sonntag wäre ideal für den ersten Heimsieg.“ Werner heißt Kucera und Schippmann herzlich willkommen und freut sich auf das „Familientreffen“, aber die Punkte sollten seiner Meinung nach bei den Franken bleiben.